e-Vidia Blog

Homöopathie für Milchkühe

  • Annette Di Fausto
  • 18.12.2019
  • Homöopathie


Und wieder möchte ich hier eure tollen Beiträge vorstellen und last but not least möchte ich Sahra zu Wort kommen lassen, als Praktikerin:

Du darfst gerne von meinen Erfahrungen berichten, es können davon alle profitieren. 2 Fälle von Sahra findet ihr unten.

Eine Auswahl Eurer Antworten:

Kerstin schreibt: Bei meiner Recherche kam ich auf das Thema Mastitis bei Hochleistungskühen. Die in den letzten Jahrzehnten erzeugte Züchtung von Kühen mit mehr als 50l Milch pro Tag verträgt sich nicht mit der normal möglichen Leistung von 10 l/Tag. 

Lac caninum und lac defloratum bei Milchstau (Bärbel)

Claudia schreibt: Milchkühe haben oft entzündete Euter, homöopathische Mittel sind zB.:

- Phytolacca:

bei heißen, dunkelrot ,harten ,geschwollenen Eutern u. Zitzen sind wund u.evtl. eingerissen

-Bryonia:

bei hart geschwollenen,heißen schweren Eutern, die sehr berührungsempfindlich sind;

die Kuh ist sehr schnell reizbar ,will ihre Ruhe und trinkt gierig Kaltes Wasser

-Belladonna

Euter/Zitzen sind knallrot, heiß u. geschwollen

oft auch mit Fieber

sind sehr empfindlich bei Berührung und sogar schon bei Erschütterung (z.B. wenn der Boden schwingt)

Besonders häufig werden Kühe wohl Pulsatilla (Kühchenschelle :)) brauchen. Aber auch bei Kühen muss man natürlich auf die Symptome und den Charakter schauen, um das passende Arzneimittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip zu finden. So kommen auch andere "typisch weibliche" Mittel in Frage wie Sepia, Sabina, Caulophyllum u.a. in Frage. Bei Entzündungen statt Antibiotika eventuell Belladonna, Aconitum...Habe die Erklärung für Pulsatilla vergessen: Die Kühchenschelle ist ein giftiges Kraut auf der Weide. Kühe, die davon gefressen haben, haben oft innere Blutungen und können daran sterben. Auch die Schleimhäute und die Atmung sind davon betroffen.(Brigitte)

Ich habe im Internet einen Bericht von Frau Lamminger-Reith gefunden, die sehr viel Homöopathie bei Kühen und Rinder einsetzt, z.B.

Häufig eingesetzte Mittel zur Behandlung von Eutererkrankungen:

Aconitum C30/C200, Arnica C30/C200, Bellis perennis C30/C200, Heparsulfuris C30/C200, Phytolacca C30/C200, Pulsatilla C200

Zur Unterstützung nach der Kalbung: Oxytocin C200 + Phytolacca C30

Vor dem Melken einer Erstlingskuh: Aconitum C200

Trockenstellen ohne Antibiotika: Urtica urens C30, Phytolacca C30

Sehr interesssant!(Barbara)

In der Folge ein Artikel, den Heike empfiehlt, sie schreibt dazu:

ich fand bei meinen Recherchen zu der Anwendung der Homöopathie in der Rinderhaltung einen Bericht, der mich berührte und ich ihn euch nicht vorenthalten möchte:

Es geht um die Pulsatilla-Kuh, hübsch ausdrucksstark, mütterlich und fürsorglich fürs Kalb, Übermamma,, in der Herde verträglich aber ihre Position behauptend; immer im oberen Rangdrittel zu finden. 

Hier gibt es auch einen interessanten Fall:

https://blickinsland.at/den-charakter-der-kuh-nicht-unterschaetzen/

Sahra, selbst Michbäuerin schreibt:

Häufige Mittel sind Arnika,Bellis und Hypericum nach der Geburt für Mutter und Kalb(nach jeder Geburt, angepasst wird hier die Potenz entsprechend der Schwere der Geburt).

Tartaricum stibiatum wenn die Kälber Fruchtwasser aspiriert haben und nicht raus bekommen.

Calcium carb. LM6 bei Kälbern nach der Geburt, damit sie sich gut im Körper inkarnieren können,sich sicher fühlen.

Arnika wird als erstes gegeben, danach Calc.carb.

Pulsatilla wenn die Kuh und Symptome dazu passen.

Calendula als Globuli und als Urtinktur bei Verletzungen die Calendula entsprechen.

Silicea oder Hepar sulf. bei Abszessen.

Phytolacca, Belladonna, Bryonia z.b. bei Euterentzündungen.

Lachesis, Pyrogenium bei starken Euterentzündungen mit Fieber, Abgeschlagenheit und schnellem Verlauf.

Tuberculinum bov., Sepia, oft Nosoden (vor allem Nosoden von Hormonen)

Hier meine zwei Kuhfälle mit Pulsatilla:

Kuh Vivian:

Vivian ist eine großrahmige Braunviehkuh. Die Geburt ihres ersten Kalbes verlief etwas schwierig. Es mussten drei Mann an dem Kalb ziehen um es raus zu bekommen. Obwohl es nicht sehr gross war hing es trotz richtiger Geburtslage sehr fest. Sie hatte den Geburtstermin einige Tage überschritten.

Nachgeburt ging bald ab.

Etwa 2 Tage nach der Geburt entwickelte sich ein recht großes Euterödem das bis fast zum Hals reichte. Auch die Zitzen waren sehr fest und offensichtlich von dem Ödem betroffen.

Es konnten Dellen rein gedrückt werden, war aber nicht schmerzhaft oder großartig heiss.

Allgemeinbefinden war nicht beeinträchtigt, es gefiel ihr aber nicht so gemolken zu werden. Sie schlug öfters das Melkzeug ab.

Aufgefallen war mir das Ödem. Abends wenn sie von der Weide heim kam, war es etwas kleiner und morgens wieder größer.

Zunächst gab ich ihr Apis C30, was bei Euterödemen am meisten angeraten wird. Es besserte sich aber nichts. Dann las ich in einem anderen Buch das Pulsatilla in so einem Fall auch angezeigt sein kann.

Ich gab ihr daraufhin Pulsatilla LM 6 aufgelöst in Wasser auf die Nase. Wenige Minuten nach der Gabe konnte man deutlich sehen das die Beckenregion stark durchblutet wurde (Kühe halten dann ihren Schwanz deutlich ab ohne zu Urinieren), plötzlicher Urinabgang war zu sehen. (Schwanz wurde danach weiter abgehalten), Kuh schaute oft auf ihren Bauch/Beckenbereich und hatte große Augen, vermehrter Lochialfluss.

Am nächsten Tag war das Euterödem sichtlich kleiner und weicher. Da ihr Becken immer noch stark durchblutet wurde entschied ich mich die nächste Gabe erst dann zu machen wenn dieses nachließ. So verfuhr ich etwa 4 Tage und das Ödem löste sich sehr schnell auf. Jedesmal nach der Mittelgabe konnten oben genannte Reaktionen erneut beobachtet werden.

Kuh Wasti:

Ebenfalls eine recht große aber nicht so grossrahmige, wuchtige Braunviehkuh. Sie zeichnet sich eher durch einen sehr geschmeidigen und schönen Körperbau aus, der sich nahtlos auf die Grösse verteilt.

Wasti erwartet ihr 6.Kalb. Sie ist sehr verschmust und kommt sogar auf der Weide zu einem um gestreichelt zu werden. Sie steht am ersten Platz genau an der großen Stalltür wo immer Luft rein kommt. In der Vergangenheit hatte sie immer Schwierigkeiten einige Monate nach den Geburten überhaupt Zeichen von Brünstigkeit zu zeigen. In den letzten zwei Laktationen bekam sie deshalb von mir nach Ablauf einiger Monate nach der Geburt jeweils eine Gabe Progesteronum C200 und jedesmal war sie 2 Tage später deutlich brünstig und konnte erfolgreich besamt werden.

Diesmal war ihr Geburtstermin erreicht. Eines der Beckenbänder war leicht eingefallen aber mehr Zeichen einer bevorstehenden Geburt konnte man nicht erkennen. Ich gab ihr zunächst 2 Tage Caulophyllum C30 woraufhin sie jedesmal nach der Gabe für etwa 30 Minuten nervös wurde, umhertänzelte und auf ihre Flanke schaute. Dann hörte sie wieder auf.

Als sie den Termin vier Tage überschritten hatte gab ich ihr etwa um 18 Uhr eine Gabe Pulsatilla LM6 aufgelöst in Wasser auf die Nase. Nur wenige Minuten später stand sie da, war panisch, schnaufte heftig, hatte aufgerissene Augen, tänzelte hin und her, legte sich hin. Es ging eine größere Menge Schleim ab. Sie schaute immer wieder auf die Flanke. Nach etwa 30 Minuten hat sie sich etwas beruhigt, schnaufte aber noch deutlich mehr als sonst. Es schien als würde sie mit dem Heilreiz verhandeln.

Am nächsten Morgen beide Beckenbänder deutlich eingefallen, Euter deutlich vergrößert. Ich hab ihr erneut eine Gabe Pulsatilla LM6 gegeben. Um 16Uhr kam problemlos ihr Kalb zur Welt.


Top Neuigkeiten

Materia medica...

Am 23. Januar beginnen...

Phosphorus bei...

Wir haben Erigeron,...